Friday, October 03, 2014

China 1949 - Auferstanden aus Ruinen




65 Jahre Volksrepublik China


Wenn heute, am 3. Oktober 2014, Deutschland an seine Wiedervereinigung erinnert wird, sollte nicht vergessen werden, dass sowohl die Bundesrepublik Deutschland als auch die DDR im selben Jahr 1949 gegründet wurden, wenn auch mit unterschiedlicher Zielsetzung und begleitet von unterschiedlichen Motiven und Hoffnungen.

Es war auch im Jahr 1949, dass die Volksrepublik China aus dem Chaos entstand, das die japanischen Besatzer und, viel früher schon, die sich befeindenden regionalen Kriegsherren in den Teilgebieten Chinas hinterlassen hatten. Man kann sagen, dass spätestens nach dem Zerfall des chinesischen Kaiserreichs im Jahr 1911 jegliche zentrale Ordnung abhanden kam. Einige Historiker werden darüber hinaus einwenden, dass die Zentralgewalt der chinesischen Kaiser schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts ernsthaft zu bröckeln begann. Die beiden Opiumkriege und die Taiping-Revolte sollen dafür als Beispiele stehen.

Als Mao Tse Tung im Jahr 1949 die Volksrepublik China proklamierte, hatte er mit seinen Truppen das Land bereits weitgehend befriedet und war auf dem Wege eine neue zentrale Ordnung zu schaffen. Dies war aber nur möglich, weil die Japaner nach ihrem Abzug ein Machtvakuum hinterlassen hatten, das die kriegsgeschwächten Westmächte, anders als im 19. Jahrhundert, nicht mehr für ihre eigenen Zwecke nutzen konnten. China wurde also wieder ein unabhängiger und zentralistischer Staat wie Jahrhunderte zuvor unter den Kaisern wechselnder Dynastien. Mao betrachtete auch seinen einzigen Verbündeten, die Sowjetunion unter Josef Stalin, mit Argwohn, was aber auch auf Gegenseitigkeit beruhte. China erwies sich von da ab als immun gegenüber äußeren Einflüssen jeglicher Art.

Die folgenden Jahrzehnte bis zum Ende der Kulturrevolution im Jahr 1976 waren durch interne Machtkämpfe und eine rigorose Abschottung des Landes nach außen gekennzeichnet. Der Besuch des U.S. Präsidenten Nixon in China gegen Ende dieser Epoche markierte dann den Beginn einer Öffnung des Landes, die aber erst unter Mao's Nachfolgern realisiert wurde.

Heute ist die wirtschaftliche Integration Chinas in die freie Marktwirtschaft der westlichen Hemisphäre gelungen. Dem Vernehmen nach soll sogar die chinesische Währung in Kürze frei konvertierbar werden. So wurde es jedenfalls vor einigen Wochen angekündigt, wobei lediglich der genaue Termin offen blieb, um eine geeignete Marktsituation abzuwarten.

Die wirtschaftliche Öffnung Chinas hat das Land in wenigen Jahren in die Spitzengruppe der globalen wirtschaftlichen Schwergewichte katapultiert. Dieser Erfolg war aber nur möglich durch eine Begrenzung und Modifizierung der bis dahin herrschenden ökonomischen Richtlinien und Gesetzesgrundlagen. Die Festschreibung eines Anspruchs auf persönliches Eigentum in der Verfassung wird zwar auch heute noch von korrupten regionalen Parteikadern unterlaufen. Dem steht aber auf der anderen Seite eine durchaus ernst gemeinte Anti-Korruptionskampagne gegenüber, der kürzlich sogar ein Spitzenpolitiker zum Opfer fiel.

Vergleichen wir die realen Verhältnisse in China mit denen einer wirtschaftlich noch immer prosperierenden Bundesrepublik Deutschland, die in der Regel auch allen menschenrechtlichen Normen genügt, so besteht der große Unterschied in der freien Meinungsäußerung, die in China eher unerwünscht ist. Wenigstens gibt es in China keine Behinderung für Ausreisewillige wie in der ehemaligen DDR mit ihrer maroden Wirtschaft und der Unterdrückung jeglicher Opposition. Da konnte man noch nicht einmal weglaufen.

So ist vielleicht auch die folgende Anekdote zu verstehen, nach der dem ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Roman Herzog auf seine ernste Ermahnung Chinas zur Einhaltung von Menschenrechten von einem chinesischen Politiker entgegnet wurde. "Wenn Sie es schaffen, mehr als eine Milliarde Menschen zu ernähren, dann können Sie auch bei uns Staatspräsident werden." Dabei bleibt noch zu ergänzen, dass zu jener Zeit ein Nachfolger für den greisen Präsidenten Jiang Ze Min gesucht wurde.




Sonderbericht zum 65. Geburtstag der VR China:
Vertreter der nationalen Minderheiten gratulieren.


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